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Ab nach Mexiko! Wüste, Kakteen und Küste in Baja California

Posted on März 6, 2026März 6, 2026 by Lilith Hollich
10 Fahrradtage668 km6725 hm0 Regentage
Unsere ersten zwei Wochen auf der Baja California

Um von San Diego aus nach Mexiko zu fahren, kamen zwei Grenzübergänge in Frage: Tijuana und Tecate. Tijuana liegt direkt südlich von San Diego und ist um einiges näher, aber der Grenzübergang scheint ziemlich groß, stark frequentiert und anstrengend zu sein. Auf der Karte wirkte der Übergang in Tecate sehr viel entspannter, mit nur einem kleinen Grenzposten. Der zusätzliche Tag Radfahren bis dorthin schien es uns wert zu sein. Zusätzlich hätten wir von Tecate aus einen ziemlich coolen Startpunkt fürs Fahrrad fahren auf der Baja California!

Der Abschied von Kevin und Lucky viel uns schwerer als gedacht und es war schon fast Mittag, bis wir endlich aus dem Gebäude rollten. Während unserer Zeit in den USA hatten wir ein paar (sehr wenige) Treuepunkte bei Domino’s Pizza gesammelt und lösten diese an dem Nachmittag noch für kostenloses Essen ein. Unsere letzte Nacht in den USA verbrachten wir auf öffentlichem Gelände etwa 30 Kilometer von dem Grenzübergang entfernt. Dieses Gebiet wird scheinbar regelmäßig als Schießstand genutzt, denn überall lag Müll und leere Patronenhülsen herum. Am nächsten Morgen nutzten wir die Gelegenheit, und probierten endlich unser Ersatz-Bärenspray aus. Wir hatten vor einiger Zeit noch ein zusätzliches in den USA gefunden, was wir bestimmt nicht noch weiter mit uns rumtragen würden. Ohne Etikett konnten wir es weder verkaufen noch mit gutem Gewissen weitergeben.

Wir kamen in Tecate an und hielten für eine letzte Mittagspause in den USA, bevor wir zur Grenze rollten. Ein Mitarbeiter winkte uns rüber zum Fußgängerübergang und wir liefen erst einmal direkt durch alle Gates durch. Das Gebäude, in das man zum Visum ausstellen lassen hätte reingehen sollen, übersahen wir zuerst und fast wären wir aus Versehen illegal nach Mexiko eingereist! Hätten wir nicht so verwirrt ausgesehen, hätte uns wahrscheinlich nicht mal jemand angesprochen. Wir mussten einen Zettel ausfüllen und bei einem Gebäude gegenüber die Ausstellungsgebühr zahlen. Die Wartezeit nutzten wir dazu, die ersten mexikanischen Pesos abzuheben. Leider entschied sich der Bankautomat dazu, uns das Geld abzubuchen, ohne uns das Bargeld rauszurücken! In dem Moment konnten wir leider nicht viel anderes machen, als das Problem auf später zu verschieben. Nachdem wir unsere 861 Pesos pro Person gezahlt hatten (~40€), bekamen wir unsere Aufenthaltsgenehmigung für 180 Tage ausgestellt, erhielten einen Stempel im Pass und schon standen wir auf der anderen Seite der Grenze – umgeben von wunderschönem, mexikanischen Chaos.

Wir waren beide zum ersten Mal in Mexiko und vieles erinnerte uns an unsere letzte Erfahrung in einem spanisch-sprachigen Land. Es gefiel uns direkt! Die Straßen sind oft ein Abenteuer für sich, von irgendwo her kommt immer laute Musik und gefühlt jedem Auto fehlt mindestens ein Teil! Nachdem wir in den USA eine so lange Zeit lang unfassbar viel Geld nur für Essen ausgeben mussten, fühlte sich der erste Besuch in einem mexikanischen Supermarkt an wie Himmel auf Erden. Andere Produkte, frisches „Brot“ (immerhin ohne eine ewig lange Zutatenliste wie noch in den USA) und viel angenehmere Preise!

Baja California ist wunderschön und, obwohl es nur wenige Straßen gibt, in vielen Teilen sehr abgelegen. Mobilfunk ist oft nur in unmittelbarer Nähe von größeren Städten verfügbar und einige Male werden wir Wasser für mehrere Tage mit uns herumfahren müssen. Es gibt eine sehr bekannte Bikepacking-Route, die im Zickzack die Baja California von Norden nach Süden durchquert, die Baja Divide. Ein Großteil davon ist zu unbefestigt oder zu sandig für uns mit unseren relativ schmalen Reifen. Teile davon sind allerdings sowohl wunderschön als auch machbar für uns und wir versuchten, so viel von der Route wie möglich in unsere persönliche Route zu integrieren. Nachdem wir der Hauptstraße aus dem Stadtzentrum von Tecate gefolgt waren, bogen wir auf eine Sandstraße ab und folgten vorerst der Divide Route. Die Straße war sehr sandig, aber gerade noch befahrbar und die Landschaft war so cool! Wir fuhren ein wenig und schlugen dann kurz vor Sonnenuntergang unser Zelt im Gebüsch neben der Straße auf. Die ganze Nacht kam kein einziges Auto vorbei.

Den gesamten nächsten Tag fuhren wir auf Sand, mit kaum Verkehr (wenn überhaupt) und ein paar ausgebrannten Autos am Wegesrand. Am Morgen ging es ziemlich viel und teilweise sehr steil bergauf. An einer Farm füllten wir unsere Wasservorräte auf. Danach wurde die Straße nach und nach flacher, bis wir gegen Abend sogar bergab fuhren! Bis wir in dem kleinen Ort Ojos Negros ankamen, war es schon nach Sonnenuntergang. Leider sah der Campingplatz ziemlich geschlossen aus und wir hatten keine andere Möglichkeit, als die Nacht in einem Hotel zu verbringen. Mit 30€ für eine Nacht war es eine unserer teuersten Hotelnächte in Mexiko, bis heute! Das Zimmer war immerhin groß genug, dass wir ohne größere Probleme beide Fahrräder mit ins Zimmer nehmen konnten.

Manu und Thiago sind nur ein paar Tage nach uns nach Mexiko eingereist und wir verabredeten uns dazu, uns im Ort San Felipe zu treffen. Dadurch waren unsere ersten Tage in Mexiko ziemlich durchgetaktet und durchgeplant, aber nach Ojos Negros war die Straße geteert und die Strecke, die wir zurücklegen mussten, gar nicht mehr so viel. Wir hatten zwei wunderschöne Tage auf dem Rad, mit wenigen Autos, vielen verschieden Kakteen und gutem Wetter. Wir übernachteten bei einem kleinen Restaurant. Die Besitzerin ließ uns dort umsonst unser Zelt aufschlagen und wir bestellten uns Burritos zum Abendessen. Sie machte viele Fotos von uns, unserem Essen und uns mit dem Essen und bestand darauf, dass wir ihr auf Facebook folgten. Sebi verlor zwischendrin fast die Geduld, er wollte doch nur noch essen!
Als wir in San Felipe ankamen, tauchten Manu und Thiago nur ein paar Minuten nach uns auf. Ein weiteres Schweizer Paar, was sie an der Grenze in Mexicali kennengelernt hatten, kam auch noch dazu und wir verbrachten den Abend zusammen.

Am Tag darauf verabschiedeten wir uns, ohne zu ahnen, dass wir Manu und Thiago schon bald wieder sehen würden! Leider kamen die zwei an dem Tag in einen kleinen Unfall und fuhren daraufhin zurück zu einem Freund in San Felipe, um den Schaden zu begutachten und sich kurz zu erholen, bevor es weiterging. Wir zogen um zu ihrem neuen Platz und verbrachten den ganzen Tag dort, unterhielten uns und genossen die Gastfreundschaft. Hans, der ursprünglich aus Österreich kommt, war vor Ewigkeiten in die USA ausgewandert und verbringt viele seiner Winter in Mexiko.

Mexiko ist ein Land, das zu Beginn sehr überwältigend sein kann und ich werde es nicht schön reden – wir haben einige Zeit gebraucht, bis wir uns an die neuen Umstände gewöhnt hatten und uns nicht mehr die ganze Zeit unwohl fühlten. Bei der Planung unserer Route und Schlafplätze stießen wir immer wieder auf Warnungen vor bewaffneten Überfällen und anderen Gefahren. Das Militär (und sogar die lokale Polizei) ist sichtbar präsent und schwer bewaffnet. Man sieht Kontrollposten auf den Highways, ihre Fahrzeuge auf der Straße oder an Tankstellen und Supermärkten. Allerdings wollen sie meistens nicht einmal mit uns reden. Die wenigen Male, an denen wir uns mit ihnen unterhielten, wurden wir lediglich gefragt, wo wir herkommen und wo wir hinwollen, oder sie wünschten uns einen schönen Tag.
Ohne Ausnahme waren alle Personen, die wir bis jetzt getroffen hatten, unglaublich freundlich und sogar irgendwie erfreut, uns zu sehen. Autofahrer hupen freundlich, wenn sie uns überholen, und manche reichten uns sogar Schokolade durchs Autofenster. LKW-Fahrer geben uns auf den Highways sehr viel Platz, selbst wenn es keinen Seitenstreifen für uns gibt. Mit jedem Tag fühlten wir uns wohler und lernten, die Zeit hier zu genießen. (Ehrlich gesagt hatte ich vor den USA viel mehr Angst – ich war einfach auch da schon nicht an die hohe Präsenz von Waffen im Alltag und die damit verbundenen Gefahren gewöhnt.)

Wir folgten der Ostküste der Baja-Halbinsel nach Süden. Immer wieder konnten wir den Golf von Kalifornien (auch als „Meer von Cortés“ bekannt) sehen und hatten die Möglichkeit, am Strand zu zelten. Wir wurden mit wunderschönen Sonnenauf- und -untergängen verwöhnt. Die sandigen Straßen waren allerdings nicht immer so toll zum Fahrradfahren…

Wir kamen am Valle de los Gigantes vorbei, einem Tal voller „Cardón-Kakteen“, den größten Kakteen der Welt. Angeblich kommen diese nur in einigen wenigen Regionen Mexikos vor, und sie waren wirklich sehr beeindruckend! Die Kakteen können bis zu 18 Meter hoch werden und bis zu 25 Tonnen wiegen. Anders beeindruckend waren leider auch die viele Einschusslöcher in den Kakteen…

Puertecitos ist ein kleines Dorf an der Küste mit natürlichen heißen Quellen zwischen den Felsen. Wir zelteten auf dem angrenzenden Campingplatz und verbrachten einige Zeit in den Hot Pools. Auf dem Campingplatz trafen wir eine Gruppe deutscher Reisender, die uns großzügig mit Wasser und Internet versorgten. Am nächsten Tag hielten wir an einem kleinen Kiosk für Snacks. In dem Moment, in dem ich Sebi sagen wollte, dass wir ab jetzt wieder besonders auf das Ablaufdatum der Lebensmittel achten sollten (weil die Waren oft viel zu lange in den Regalen liegen), sahen wir auch schon das erste schimmelige Brot im Regal. Ich erinnerte mich daran, dass wir das gleiche „Problem“ auch schon in abgelegenen Gebieten in Chile hatten.

Wir fuhren weiter bis zu einer kleinen Siedlung in einer wunderschönen, kleinen Bucht und hatten das Privileg, bei zwei wunderbaren Menschen zu übernachten. Mark und Cathy sind leidenschaftliche Motorrad- und Fahrradfahrer, Mark hatte uns ein paar Tage zuvor an einem Supermarkt angesprochen und uns zu sich eingeladen. Wir hatten unser eigenes kleines Gästezimmer mit Bad, gingen schnorcheln und führten einige wunderschöne und inspirierende Gespräche. Es gefiel uns so gut, dass wir einfach einen ganzen Tag lang blieben.

Hier vergaßen wir zum ersten Mal auf der Reise etwas an unserem Übernachtungsort, bemerkten es aber erst nach 20 km anstrengendem Bergauffahren… Wir hatten die Action Cam nach dem Schnorcheln zum Trocknen irgendwo hingelegt, und sie beim Losfahren nicht gesehen. Aus den Augen, aus dem Sinn! Ohne Handyempfang blieb uns nichts anderes übrig, als wieder umzukehren. Doch Mark war so nett, uns mit dem Pickup zu dem Punkt zurück zu bringen, an dem wir umgedreht hatten. Eine weitere Fahrt auf der Ladefläche eines Autos – zumindest für Sebi!

Veröffentlicht am 06. März 2026
Erlebt vom 06.12. – 17.12.2025

Written by

Lilith Hollich

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1 thought on “Ab nach Mexiko! Wüste, Kakteen und Küste in Baja California”

  1. Irene sagt:
    März 7, 2026 um 12:00 am Uhr

    Ihr Lieben
    Danke vielmal für den wiederum super spannenden Eintrag in euren Blog☀️
    So eine coole Weihnachtsdeko😊, was man alles machen kann, ohne Tannen.
    @Lilith Ich wünsch dir gute Besserung, dass die Schnudernase bald auskuriet ist.😘
    @Sebi Das Bild, entspannt im Wasser, hat Seltenheitswert😉👍
    Machts gut ihr Beiden und häbet Sorg.
    Liebi Grüessli vo daheim☀️

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