4 Tage | 353 km | 6348 hm |
Es hat sich schon fast angefühlt wie ein kleines Wunder, als wir es tatsächlich geschafft hatten, all das Essen und den Rest unserer Ausrüstung in und auf unseren Fahrrädern zu verstauen. Wir füllten noch alle Wasserflaschen und Wasserblasen auf und verließen Coldfoot, schwer beladen fanden wir uns auf dem Dalton Highway wieder. Die Strecke von hier nach Fairbanks war zwar nur 20 km länger als von Deadhorse nach Coldfoot, aber es lag einiges mehr an Höhenmetern vor uns. Die größte Challenge war allerdings die Hitze, die wir ja so gar nicht auf dem Schirm hatten. Die Tage wurden immer heißer, irgendwann fuhren wir bei über 30 Grad in der Sonne und tranken je fünf bis sechs Liter Wasser am Tag.


Wasserquellen gab es leider gar nicht so viele, da viele Bäche ausgetrocknet waren und Flüsse schlammig und ganz und gar nicht erfrischend aussahen. Manchmal filterten wir zweimal und gaben, um sicher zu gehen, noch Wasseraufbereitungstabletten dazu. Zu unserem Glück waren die Menschen allerdings unglaublich nett und viele, die an uns vorbeifuhren oder uns an Parkplätzen sahen, fragten direkt, ob wir noch Wasser oder anderes bräuchten. Wir sind so dankbar für jede einzelne Person, die sich nach uns erkundigt hat!








Knapp 100 Kilometer südlich von Coldfoot überquerten wir den Nordpolarkreis. Die Sonne ist tatsächlich noch kein einziges Mal untergegangen, seit wir in Deadhorse losgefahren sind. Trotz relativ guter Schlafbrille schlafen wir auch nicht so gut – wären wir nicht jeden Tag so müde vom Radfahren, würden wir bestimmt noch schlechter schlafen! Es dauert aber noch gute zwei bis drei Wochen, bis wir merken, dass die Tage kürzer werden und wir wirklich mal Licht abends brauchen.


Nicht weit von dem Parkplatz und dem Arctic Circle Sign entfernt gibt es einen kleinen Campingplatz. Wir planten, dort zu übernachten – hauptsächlich, weil wir gehört hatten, dass es dort Wasser gibt. Leider war dem nicht so und wir kamen ohne jegliche Wasservorräte dort an. Zum Glück waren die anderen Camper super lieb und gaben uns genug Wasser zum Kochen, fürs Frühstück und für die ersten paar Stunden am nächsten Tag.
Yukon River Camp ist ein weiterer der wenigen Orte mit (wenig) Verpflegung auf dem Dalton Highway. Es liegt direkt neben der Brücke, die über den beeindruckenden und braunen Yukon Fluss geht. Als wir am Camp ankamen, wurden wir mit offenen Armen, einer heißen Dusche und einem warmem Essen begrüßt. Wir durften sogar am nächsten Morgen im Restaurant frühstücken, um wenigstens noch für eine kurze Zeit den Mücken entfliehen zu können. Sachen packen mussten wir nämlich mal wieder in voller Regenmontur und Mückennetz über dem Kopf…


Ziemlich erleichtert, dass wir bis jetzt noch keine Bärenbegegnungen auf der Straße hatten, freuten wir uns umso mehr über alle anderen Tiere, die wir bis jetzt gesehen hatten. Caribou, Elche, Stachelschweine… Ich hab mich jedes Mal besonders gefreut, wenn uns wieder eins der süßen Arktischen Erdhörnchen sahen – ich könnte denen den ganzen Tag zugucken!






Nach neun Tagen Fahren kamen wir an Meile 0 vom Dalton Highway an – ein weiterer Highway vom Ende bis zum Anfang! Wir rollten auf den Elliott Highway für den letzten Abschnitt nach Fairbanks und wurden mit einer asphaltierten Straße begrüßt. Der Tag nahm allerdings noch ganz unerwartete Wendungen, als wir mehr und mehr Anzeichen von aktiven Waldbränden vor uns sahen. Etwa 48 Kilometer vor Fairbanks hielt eine Familie neben uns und warnte uns vor den Waldbränden. Angeblich war das Feuer stellenweise sehr nah am Highway, mit dickem Rauch auf der Straße. Wir hatten zu der Zeit immer noch kein Empfang und dementsprechend auch keine Möglichkeit, Waldbrand-Updates oder Rauchvorhersagen anzugucken. Während wir diskutierten, was wir machen sollten, hielten plötzlich Pete und Jen neben uns. Wir hatten die zwei auf dem Arctic Circle Campground vor ein paar Tagen kennengelernt und wurden nun gefragt, ob sie uns die letzten Kilometer nach Fairbanks mitnehmen sollen. Da wir nicht wussten, wie sich die Situation in den nächsten Tagen entwickeln würde, nahmen wir das Angebot dankend an.





Am Ende boten sie uns sogar an, in ihrem Garten zu zelten und wir verbrachten die Nacht dort. Wir waren nicht nur dankbar für die Mitfahrgelegenheit nach Fairbanks, sondern freuten uns auch sehr darüber, die zwei wiederzusehen. Ich verbrachte den nächsten Tag mit Jen in der Stadt, während Sebi dort blieb und sich um unsere Fahrräder kümmerte. Wir gingen zum Farmer’s Markt, sahen Sandhill Cranes (Kanadakraniche) und ich holte noch ein Paket ab, was für mich geliefert wurde.
Nach sehr schönen Gesprächen packten wir dann doch irgendwann unsere Räder und fuhren ein paar Kilometer zu unseren Warmshowers Hosts für zwei Nächte. Das hatten wir schon organisiert, bevor wir nach Deadhorse geflogen sind – da wussten wir ja noch nicht, dass wir so früh in Fairbanks sein werden. Tom and Amanda waren unglaublich tolle Hosts und wir hatten Glück, an beiden Abenden bei Ihnen zum Abendessen eingeladen zu werden. Obwohl wir nicht auf dem Fahrrad sind, betont Sebi gerne, dass die Tage nicht wirklich als Pausetage bezeichnet werden können. Und es stimmt – wir verbringen unglaublich viel Zeit damit, uns um unsere Ausrüstung zu kümmern, die Fotos zu sichern, Beiträge für den Blog zu schreiben, die nächsten Tage zu organisieren und einkaufen zu gehen.
Hey ihr Lieben, danke vielmal, dass ihr uns auf diese Weise mit auf eure Reise nehmt. Spannend und eindrücklich, was ihr alles erlebt. Ja da glaube ich dir, Sebi, gerne, wie schnell sich die Seiten im Tagebuch füllen. Ich bin so stolz auf euch. Machet‘s guet. Liebi Grüessli vo daheim😊
Ihr lieben Weltenradler,
Mit Freude und voller Spannung lesen wir euren Blog und fahren in Gedanken mit euch mit. Gute Freunde von uns freuen sich, wenn wir bei Besuch den Blog zum besten geben. Was uns begeistert, ist die Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft, die ihr unterwegs erleben dürft.
Wir danken für die wunderschönen Berichte und freuen uns schon auf den nächsten Reisebericht.
Bleibt weiterhin gut behütet und vorsichtig! Wir wünschen euch weiter eine unfallfreie und Bären- freie Tour !
Herzlichste Grüße und viel Spaß! Eure Oma Ingrid und Opa Volker in Gönningen
Wow da seht und erlebt ihr ja soooo viel.
Habt ihr noch Blut oder seid ihr von den Mücken 🦟 schon fast leergesaugt 😉. Ich freue mich schon wieder auf euren nächsten Einblick in euer Erlebtes
Lg
Wow da seht und erlebt ihr ja soooo viel.
Habt ihr noch Blut oder seid ihr von den Mücken 🦟 schon fast leergesaugt 😉. Ich freue mich schon wieder auf euren nächsten Einblick in euer Erlebtes
Lg