| 22 Fahrradtage | 1590 km | 22.436 hm |
Zacatecas bis Oaxaca
Alltägliches in Mexiko
Wir hatten uns mittlerweile richtig gut eingewöhnt und genossen das Leben auf den Straßen Mexikos. Die Menschen waren unglaublich nett und es kam kaum vor, dass wir irgendwo vorbeifuhren und uns niemand grüßte. In fast jedem kleinen Dorf gab es alles, was wir brauchten – einen schattigen Platz, einen kleinen Shop und eine „Purificadora de Agua“, bei der man rund um die Uhr Trinkwasser kaufen konnte. Da das Trinkwasser in Mexiko weitestgehend nicht trinkbar ist, läuft dort alles über 20 Liter große „Garrafons“, die man für ein paar Cent auffüllen lassen kann. Wir fuhren natürlich kein riesiges Garrafon mit uns rum, aber das war ein super System, um keine Plastikflaschen kaufen zu müssen, um unsere Wasserflaschen und -blasen aufzufüllen. Wenn die Besitzer zufällig da waren, gaben wir denen einfach einmal alles zum Auffüllen und bekamen meistens noch alles ungefragt blitzeblank geputzt. Zusätzlich gab es noch kleine Automaten, bei denen man Münzen einwirft und dann entweder ein Liter, zehn Liter oder 20 Liter bekommt. Das war immer wieder lustig, denn pausieren konnte man nicht bei allen und wir setzten regelmäßig alles unter Wasser, ups!


Leider passierte es immer öfter, dass uns Hunde hinterher rannten, wenn wir vorbeifuhren. Zum Glück reichte abrupt anhalten oft schon aus, um sie aus dem Konzept zu bringen, aber nervig war es trotzdem. Generell wird in Mexiko oft nicht so gut mit Tieren umgegangen. Viele Hunde und Katzen sind abgemagert oder krank, und werden eher als Dinge betrachtet als als Lebewesen. An den unzähligen Verkaufsständen beurteilend, wird sich auch hauptsächlich von frittiertem Hühnchen ernährt…
Man muss sich auch dran gewöhnen, dass ziemlich viel Müll am Straßenrand liegt. Nicht wenige Male haben wir aus vorbeifahrenden Autos Müll aus den Fenstern geworfen sehen.
Wir kamen an riesigen Feldern mit Agavenpflanzen vorbei. Je nach Typ Agave wird daraus hauptsächlich Pulque, ein traditionelles, fermentiertes alkoholisches Getränk, oder der bekannte Tequila hergestellt.


Sierra Fría
Von Zacatecas nach Guanajuato fuhren wir viel über Nebenstraßen und durch kleinere Dörfer. Die Landschaft war trocken und recht karg, mit vielen Kakteen und vereinzelten Joshua Trees. Südlich von Zacatecas liegt die Stadt Aguascalientes. Die umfuhren wir großzügig und fuhren stattdessen durch die Sierra Fría Gebirgskette westlich davon. Auf wenig befahrenen Schotterstraßen ging es viel bergauf, gelegentlich überholte uns ein rostiger Pickup-Truck oder es kam uns jemand auf einem Pferd entgegen. Dort übernachteten wir an einem Aussichtspunkt direkt an der Straße, mit wunderschönem Sonnenuntergang!



Guanajuato
Fünf Tage nach unserer Abfahrt aus Zacatecas kamen wir in Guanajuato an. Zuerst wollten wir gar nicht ganz in die Stadt Guanajuato reinfahren, waren dann aber sehr froh, dass wir uns umentschieden haben! Das Reinfahren war zwar leider etwas anstrengend, mit viel bergauf und relativ viel Verkehr, aber wow, die Stadt war wunderschön. Guanajuato ist in einem sehr engen Talkessel gelegen, wodurch es unzählige verwinkelte, steile Gassen gibt. Alles ist wunderschön bunt und überall findet man beeindruckende Wandgemälde. Für die Autos gibt es viele Tunnel, die unter der Stadt durchführen. Das Zentrum der Innenstadt ist fast autofrei und man kann überall hinlaufen. Wir fühlten uns direkt wohl und waren hin und weg von der Stadt!



Wir blieben drei Tage dort und schliefen in einem wunderschönen Bed&Breakfast mit unglaublich netten Besitzern. Von dort aus hatten wir einen super Ausblick auf die Stadt, mussten aber auch jeden Tag die Treppen hoch- und runterlaufen. Am ersten Abend, zufälligerweise ein Samstag, war in der Stadt richtig viel los. Es wimmelte nur so von sogenannten „Callejoneadas“: Gruppen von Musikern in traditioneller Kleidung, oftmals Studierende, führen Touristen und Locals durch die Gassen Guanajuatos, während sie traditionelle und aktuelle Musik spielen und Geschichten über die Stadt erzählen. Oft wird dazu getrunken, und die Stimmung ist einfach bombastisch. Wir beobachteten das ganze eine Weile und an jeder Straßenecke liefen wir in eine weitere Gruppe. Die trugen sogar Kontrabässe mit sich rum!



In den folgenden Tagen erkundeten wir ein wenig die Stadt, gingen ins Diego Riviera Museum und arbeiteten an Blog und Fotos. Wir trafen uns noch mit Kris und zwei anderen Radreisenden, mit denen wir vor einiger Zeit mal geschrieben hatten. Am letzten Tag besuchten wir noch spontan mit zwei anderen Gästen aus dem Bed&Breakfast die Ex-Hacienda San Gabriel de Barrera. Früher ein wichtiges Zentrum für die Silberverarbeitung, heute als Museum für alle geöffnet. Die Anlage ist wunderschön, mit unterschiedlichen thematischen Gärten, alten Gebäuden und vielen Pflanzen.





San Miguel de Allende
Von Guanajuato nach San Miguel de Allende rollte es richtig gut, viel auf der Hauptstraße, aber mit genug Seitenstreifen. Wir kamen schon am Nachmittag an. Nachdem wir die Kirche bestaunt hatten, von der uns mehrmals erzählt wurde, kauften wir uns Eis und setzten uns an der Plaza in den Schatten. Mehrere Leute sprachen uns in der kurzen Zeit an, unterem anderen eine, die ursprünglich aus den USA ist, aber vor einiger Zeit nach Mexiko ausgewandert war. Sie war total begeistert und als sie uns zu sich nach Hause einlud, planten wir kurzerhand um und verbrachten die Nacht bei ihr. Wir aßen zusammen, unterhielten uns bis spät in die Nacht und ihre Katzen waren so süß!



Weiterfahrt Richtung Mexico City
Der nächste Tag lief leider nicht ansatzweise so gut wie der vorherige. Zur Abwechslung waren wir mal wieder für ein Stück auf einer offiziellen Bikepacking-Route, aber die Straße war eine Katastrophe! Für fast 30 Kilometer kämpften wir uns über schlimmstes Kopfsteinpflaster und brauchten für 20 Kilometer fast dreieinhalb Stunden, inklusive Mittagspause. Erst spät kamen wir bei unserem geplanten Schlafspot an, beide total gerädert und vielleicht sogar mit leichter Gehirnerschütterung, wer weiß…
Die folgenden Tage waren um Einiges angenehmer. Auf einmal fuhren wir kilometerlang an riesigen Erdbeergewächshäusern vorbei – und es war schon Erdbeersaison! Im Februar! Ein Traum. Die Gegend war wieder bewohnter und alle naselang wurde etwas am Straßenrand verkauft – Erdbeeren, gekochte Kichererbsen, USB-Sticks mit Musik. Aber auch Kleidung, Töpfe, Möbel, alle möglichen Fleischprodukte, Autoteile… was man halt so braucht.



Eine letzte, doch recht hohe, Bergkette lag zwischen uns und Mexico City. Die letzten belebteren Dörfer lagen hinter uns, als wir immer mehr schussartige Geräusche hörten. Sehen konnten wir nichts, und da es Sonntag war, waren auch Minenarbeiten recht unwahrscheinlich. Bei einer kleinen Kirche fragten wir die versammelten Menschen nach dem Grund – mit meinem limitierten Spanisch-Vokabular verstand ich, dass es eine Art (traditionelle?) Prozession war, und die Schüsse als Kommunikation dienten. Was genau da von A nach B marschiert wurde, verstanden wir nicht, und wissen wir bis heute nicht. Als wir zum Mittagessen in einer Art Baustellenunterstand saßen, wurden die Schüsse allerdings unaushaltbar laut und kurz darauf zog doch tatsächlich eine kleine Gruppe an uns vorbei. Hinten lief ein Mann, der alle paar Meter eine Art Böller in die Luft schoss – keine Ahnung, wie die den Lärm aushalten konnten! Ich hielt es ja schon mit so viel Abstand nicht einmal mit meinen Ohrstöpseln aus…



Nach vielen Stunden bergauf kamen wir endlich oben an und schlugen unser Zelt auf. Mit 3574 Metern der höchste Punkt der Tour bis dahin! Ein Rekord, der allerdings nicht lange halten sollte. Die Abfahrt Richtung Mexico City war im Gegensatz zum vorherigen Tag durchgehend geteert und anfangs richtig schön. Je näher wir Richtung Stadtkern kamen, desto größer wurde allerdings das Verkehrschaos. Die Haupt- und Durchgangsstraße verlief zwar größtenteils in einer zweiten Ebene über uns, was aber nichts daran änderte, dass unten trotzdem alles drunter und drüber ging. Leider gab es aus der Richtung keinen Fahrradweg in die Stadt. Das erste Stück Radweg, was wir in der Stadt erreichten, war dann ultra schmal und komplett voll mit Fußgängern. Später wurde es besser, allerdings wurde der fast wie eine Art Achterbahn über die existierenden Straßen gelegt und hatte immer wieder unfassbar steile Rampen von über 20 Prozent Steigung.
Wie durch ein Wunder schafften wir es unbeschadet zu unserer Unterkunft. Manch einer mag sich vielleicht daran erinnern, dass ich mal erwähnt hatte, dass ich in La Paz auf der Baja California noch kurz beim Zahnarzt war. Genau der Zahnarzt war damals unglaublich begeistert von unserer Reise und bot uns an, in seinem selten genutzten Apartment in Mexico City zu übernachten, falls wir dort langkommen würden. Wir hatten unglaublich Glück, dass das Apartment in der Zeit wirklich frei war, und durften es für fast eine ganze Woche unser Zuhause nennen. Etwas außerhalb des Stadtzentrums, aber im fünften Stock, voll eingerichtet und mit unglaublich viel Platz! Ein wahrer Traum.



Mexico City
Mexico City ist so eine unfassbar interessante Stadt, dass wir Mühe hatten, Ausruhen, zu erledigende Dinge und Stadterkunden unter einen Hut zu bekommen. Highlights unserer Zeit in Mexico City waren:
- Frittierte Bananen mit Erdbeermarmelade: soo gut, aber auch soo süß!
- Metro und Metrobusse haben Abteile, die ausschließlich für Frauen und Kinder zugänglich sind
- Museo Mundo Chocolate: ein Museum über die Geschichte, Herstellung und Bedeutung von Kakao. Mit kostenloser, sehr interessanter Führung, absolut empfehlenswert!
- Das Museo Nacional de Antropología: Ein unfassbar tolles Museum, für das nicht einmal ein ganzer Tag genug gewesen wäre. Schon alleine die Architektur des Gebäudes ist spannend. Es gibt zwanzig verschiedene Räume zu verschiedenen Epochen / Regionen / Kulturen Mexikos mit unzähligen Artefakten, riesigen Nachbauten und wunderschönen Wandgemälden. Sogar der originale Stein der Sonne der Azteken ist hier zu sehen! Wusstet ihr, dass der etwa 24 Tonnen wiegt?
- Miga Vegana: Eine vegane Bäckerei, die leider (oder vielleicht auch zu unserem Glück?) so weit weg war, dass wir nicht jeden Tag dorthin konnten. Sebi und ich hatten das vielleicht beste Pain au Chocolate, was wir jemals gegessen haben und drehten direkt um, um noch mehr zu kaufen.
Mexico City sinkt übrigens bis zu zwei Zentimeter pro Monat! Die Stadt wurde auf einem alten See erbaut und der Boden besteht aus porösem, wassergetränktem Ton. Da für die Wasserversorgung Unmengen an Wasser unterhalb der Stadt abgepumpt wird, schrumpft der Ton langsam zusammen und alles sackt nach unten. An vielen Gebäuden in der Stadt konnte man das tatsächlich sehen, und überall war alles schief! Wir verbrachten einen ganzen Tag im historischen Zentrum und bewunderten die eindrucksvollen Gebäude.






Teotihuacán
An einem Tag fuhren wir frühmorgens nach Teotihuacán. Dies ist eine der bedeutendsten Ruinenstätten in Mexiko, die bekanntesten Bauwerke sind die Sonnenpyramide, Mondpyramide und „die Straße der Toten“. Zusätzlich ist es ein sehr beliebter Ort fürs Heißluftballonfahren und jeden Morgen zum Sonnenaufgang ist der Himmel voll mit bunten Ballonen. Was ich bis kurz vorher gar nicht wusste, war, dass Sebi genau das schon seit Ewigkeiten geplant hatte! Noch vor Sonnenaufgang waren wir mit zehn anderen Passagieren und unserem Kapitän in der Luft, und hatten eine Wahnsinnsaussicht auf die umliegenden Berge und die Pyramiden unter uns. Fast 45 Minuten waren wir in der Luft und genossen die Aussicht.


Den restlichen Tag verbrachten wir dann damit, Teotihuacán zu Fuß zu erkunden. Neben den Pyramiden gab es noch vieles Anderes zu bewundern; Wandgemälde, alte Wohngebäude, Steinverzierungen… Der Quetzalcoatl-Tempel war besonders beeindruckend, mit unzähligen in Stein gemeißelten Darstellungen der gefiederten Schlange. Es wimmelte nur so von Verkäufern, die einem irgendwelche geräuschmachenden Holzfiguren und andere Dinge verkaufen wollten. Es war sehr heiß, es gab wenig Schatten und das Laufen wurde gegen Nachmittag immer anstrengender, abends fielen wir komplett kaputt ins Bett.





Paso de Cortés
Aus Mexico City rauszufahren war zum Glück weniger chaotisch als das Reinfahren. Als wir abends an einem kleinen Ecopark zelteten, trafen wir das erste Mal seit Langem andere Radreisende – zwei aus Kanada, auch auf dem Weg nach Argentinien. Am folgenden Tag geht es dann erstmal eine Weile bergauf, bis zum Sattel des Paso de Cortés. Auf über 3600 Metern standen wir zwischen den zwei Vulkanen Popocatépetl und Iztaccíhuatl. Der Popocatépetl stieß die ganze Zeit Rauchwolken aus, richtig cool! Zusammen mit den Kanadiern fuhren wir dann bergab Richtung Puebla, bis sich unsere Wege aufgrund unterschiedlicher Unterkünfte wieder trennten. Wir verbrachten die Nacht in Cholula, mit direkter Aussicht auf die Pyramide von Cholula. Die ist tatsächlich, nach dem Volumen gemessen, die größte der Welt, was an der extrem großen Grundfläche liegt. Leider ist sie mittlerweile komplett überwachsen und sieht einfach aus wie ein großer Hügel. Schon fast enttäuschend unspektakulär! Immerhin steht noch eine recht schöne Kirche oben drauf, die nachts angestrahlt wird.




Noch mehr alltägliche Kleinigkeiten
Man gewöhnt sich so schnell an Dinge, die anfangs noch extrem lustig oder ungewohnt waren. Öffentliche Toiletten in Mexiko an Tankstellen oder sonst irgendwo haben zum Beispiel oft gar kein Klopapier in den einzelnen Kabinen. Man zahlt beim Reingehen bei einer Person ein paar Pesos und bekommt dann im Gegenzug seine „Ration“ Klopapier in die Hand gedrückt. Oder es gibt einen Automaten, bei dem man einen Peso reinschmeißt und sich dann ein paar Stücke Klopapier abrollen kann. Bei uns irgendwie unvorstellbar -aber immernoch um einiges günstiger, als die überteuerten Sanifair-Toiletten!
Dörfer waren oft richtig bunt geschmückt, über manche Hauptstraßen waren für viele hunderte Meter bunte Girlanden gespannt. Wir sahen immer mehr kleine Tuktuks, die als beliebte Alternative zu Autotaxis in den Städten umherflitzten. Friedhöfe sahen hier auch ganz anders aus. Im Gegensatz zu den typischen Grabsteinen bei uns war hier fast jedes Grab eine Art Gedenkstätte, manche der kleinen Bauwerke sahen fast größer aus als einige der Wellblechhütten, die wir ab und zu am Straßenrand sahen!


Ich war immer wieder froh, meine kleine Kamera griffbereit umgehängt zu haben, denn so konnte ich selbst beim Fahren viel von dem ganzen Chaos um uns herum festhalten. Immer wieder brannte es einfach so am Straßenrand und niemanden schien es zu stören, oft bildeten sich kleine Staub-Windhosen neben oder sogar auf der Straße und Dinge und Personen wurden in so unvorstellbaren Arten und Weisen auf Fahrzeugen transportiert, dass uns schon manchmal fast die Augen rausfielen.






Pico de Orizaba
Scheinbar hatten wir mit dem Paso de Cortés noch nicht genug Höhenmeter zurückgelegt, denn wir entschieden uns dazu, auch noch den Umweg über den Pass zum Pico de Orizaba auf uns zu nehmen. Der geht hoch bis auf knapp über 4000 Meter und war um einiges anstrengender, als erwartet. Wir starteten etwas spät, es war unglaublich heiß und der Weg ab etwa 15 Kilometern vor der Passhöhe war unfassbar schlecht. Auf teilweise sehr lockerem Sand und sehr steilen Anstiegen kamen wir nur mühsam voran. Mit Ach und Krach schafften wir es, bis zum Sonnenuntergang den Pass zu erreichen und beschlossen, die Sidequest bis zum Basecamp nicht auch noch zu machen. Zudem verschwand mit der Sonne auch die Wärme und schnell fanden wir uns dick eingepackt bei Minusgraden im Zelt wieder.
Am nächsten Tag konnten wir uns dann nicht einmal auf eine schöne Abfahrt freuen, denn es ging erst einmal genauso steil und holprig bergab, wie den Tag zuvor noch bergauf. Nach einiger Zeit kamen wir dann doch auf Asphalt und hui, ging das bergab! Viel zu schnell fanden wir uns auf unter 1000 Metern wieder – das erste Mal seit Ewigkeiten! Es war auch direkt heiß und topisch, und die Kombination aus Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit haute uns einfach komplett um. Immerhin wuchsen überall Bananenpflanzen und Kokospalmen, was wir natürlich ultra cool fanden.





Durch die Berge nach Oaxaca
Schnell waren wir zurück in gewohnteren Umgebungen und durch trockene Bergketten und Kakteenlandschaften fuhren wir die letzten paar Tage nach Oaxaca. Ein Pass war so eng und steil, dass die Straßenführung vor Rechtskurven kurzerhand auf Linksverkehr umstellte, damit LKWs ausreichend Platz hatten, um die Kurve bergauf zu kommen… An einem Abend flogen ein paar grüne Aras über unsere Köpfe hinweg und saßen lange genug in einem Baum zum Fotos machen. Wir fuhren in der Zeit bis Oaxaca übrigens so viele Stunden mit wenig Verkehr bergauf, dass wir das gesamte Hörbuch des Buches „Momo“ von Michael Ende durchgehört hatten. Für alle, die die Geschichte noch nicht kennen, absolute Empfehlung! Nach Oaxaca rein gab es dann tatsächlich mal so etwas wie Radwege, allerdings teilte man sich die mit den Bussen und bei dem stockenden Verkehr atmete man dann permanent die fast schon schwarzen Abgase der Busse ein… Sehr uncool.



Oaxaca
In Oaxaca blieben wir einige Tage in einem Hostel. Ich kam mit leichter Erkältung an und brauchte erst einmal ein paar Tage, um wieder richtig fit zu werden. Im Hostel trafen wir auf einen anderen Bikepacker, mit dem wir uns stundenlang über Routen und Setups austauschten. Bei einer Free Walking Tour lernten wir einiges über die Stadt und Mexiko allgemein. Wir waren fast ein bisschen stolz, dass wir einen nicht unerheblichen Teil davon schon wussten, einfach dadurch, dass wir so unterwegs sind, wie wir unterwegs sind.
Zufälligerweise waren wir am Weltfrauentag hier und staunten nicht schlecht, wie … rigoros und bestimmt die Demonstrationen doch waren. Einige Gebäude, insbesondere Banken, wurden schon am Tag zuvor mit Holzplatten verriegelt und als wir am Tag nach der Demo durch die Stadt liefen, begriffen wir erst so richtig, wieso. Überall an den Häusern fand man neues Graffiti, Fenster waren eingeschlagen und Häuserfronten von Banken verrußt. An vielen Stellen wurde schon fleißig neue Farbe drübergestrichen, so halbwegs zur alten Schicht passend. Sachbeschädigung schien hier einen anderen Stellenwert zu haben, als wir es gewohnt waren!
Über die Tage probierten wir lokale Spezialitäten in verschiedenen veganen Restaurants und Märkten aus, unter anderem Tamales, Memelas und Horchata. Alles sehr empfehlenswert, yummy.




Veröffentlicht am 21. Mai 2026
Erlebt vom 02.02.2026 – 09.03.2026

Wie immer mega spannend 🥰☀️ ig wünschä Euch wyterhin gueti Fahrt🥰 äs fägt dörfä uf däm Wäg so chli mit drbi z‘si🥰 dicks Drücki Gretlä