Skip to content
lil bit cycling

lil bit cycling

stories and pictures from a life on two wheels

Menu
  • Blog
  • Route
  • Reisen
    • Alaska – Patagonien
    • Südamerika 2024
  • Über / Kontakt
  • DE
    • DE
    • EN
  • Instagram
Menu

Unsere ersten Wochen in Zentralamerika: Belize und Guatemala

Posted on Juni 27, 2026Juni 27, 2026 by Lilith Hollich
16 Fahrradtage1021 km8856 hm

Unsere Route durch Belize und Guatemala

Leicht chaotische Einreise nach Belize 

Da fuhren wir also schon die letzten 35 Kilometer in Mexiko und gaben unser letztes Bargeld noch an einem Stand für leckeres, frisches Kokoswasser aus. Langsam fuhren wir durch den mexikanischen Grenzbereich durch. Nirgendwo ein Gebäude auf unserer Straßenseite und niemand, der etwas von uns wollte. Etwas komisch, aber so Grenzen hatten wir in den USA und Südamerika durchaus schon, weswegen wir uns nicht all zu viel dabei dachten. Etwa zwei Kilometer später kamen wir am Grenzbereich von Belize an. Wir füllten unsere Einreiseformulare aus und stellten uns in die Schlange. Kaum waren wir an der Reihe, wurden wir aber auch schon wieder zurückgeschickt nach Mexiko – uns würde der Ausreisestempel fehlen! Angeblich gab es irgendwo ein kleines, weißes Zelt, da müssten wir hin. Also gut, fuhren wir halt die zwei Kilometer zurück, blöderweise fing es an, leicht zu regnen. Tatsächlich fanden wir das Zelt und bekamen ohne weitere Probleme unsere Ausreisestempel. Zum Glück hatten wir die Quittung von der Visumgebühr vom Dezember aufgehoben, sonst hätten wir die jetzt wahrscheinlich nochmal zahlen müssen! 
Zurück an der Grenzkontrolle in Belize bekamen wir dann unsere Einreisestempel und nach zwei weiteren Checkpoints waren in endgültig in Belize! Ein Land, auf dass wir uns beide schon lange freuten und für das wir doch einiges an Umweg auf uns genommen hatten. 

Erste Tage in Belize

In der ersten kleinen Stadt hinter der Grenze organisierten wir das Übliche – Bargeld abheben und die ersten paar Dinge einkaufen. Die Auswahl war nicht besonders groß und verglichen mit Mexiko doch alles etwas teurer. Hier wird auf einmal wieder Englisch gesprochen, allerdings haben die einen sehr starken Dialekt bzw. fast ihre eigene Sprache und wir hätten auf Spanisch wahrscheinlich mehr verstanden. Die Straßen waren angenehm wenig befahren, und die Landschaft war unglaublich schön. Alles ist so grün und dicht bewachsen. Wir hatten uns für die erste Nacht einen Campingplatz rausgesucht, der von einer Familie betrieben wird. Bei unserer Ankunft wurden wir herzlich empfangen und lernten direkt noch zwei Motorradreisende aus den USA kennen. Abends durften wir alle beim Zubereiten des Abendessens helfen und lernten, wie man hier Tortillas und Plantain (Kochbananen) Chips macht. 

Am nächsten Vormittag gewitterte es und da ich eh nicht so ganz fit war (die letzten Tage sind einfach mal wieder viel zu heiß gewesen), blieben wir spontan eine Nacht länger und machten einen Pausetag. Ich wurde mit frischem Kokoswasser versorgt und immer wieder von den zwei jüngsten Kindern gefragt, ob es mir schon besser ginge. So lieb!

Die nächsten zwei Tage fuhren wir viel auf wunderschönen, schmalen Schotterstraßen durch die tropische Landschaft. Überall hingen reife Kokosnüsse an den Palmen, vor jedem Haus hing mindestens eine Hängematte und bei irgendjemandem lief immer Reggae, laut genug für die ganze Nachbarschaft. Die Straße nach Belize City war dann wieder geteert, allerdings hatten wir den ganzen Tag starken Gegenwind. Belize City ist wohl die einzige etwas gefährlichere Gegend in Belize und wir fühlten uns auch nicht wirklich wohl. Immerhin war das Hostel schön, mit netten Besitzern und wir konnten unsere Fahrräder halbwegs sicher im Innenhof abschließen. Wir hätten die Stadt auch gut auslassen können, aber sobald feststand, dass wir wirklich nach Belize fahren, stand für mich fest, dass ich richtig Schnorcheln gehen möchte, und dafür mussten wir nun mal nach Belize City.

Schnorchelausflug nach Caye Caulker

Morgens um 08 Uhr ging es für uns – ohne die Fahrräder – mit einer kleinen Fähre vom Festland nach Caye Caulker. Vor der Küste Belizes liegt das zweitgrößte Barrier Reef der Welt und von der Koralleninsel Caye Caulker aus kann man wunderschön Schnorcheln gehen. Ich hatte extra einen Anbieter rausgesucht, der keine Tiere mit Futter anlockt und darauf achtet, dass niemand die Korallen zerstört. Mit einem kleinen Boot fuhren wir mit unserem Guide und ein paar weiteren Leuten Richtung Riff. Das Wasser war ja mal so unglaublich schön!! Im Laufe des Tages hielten wir an mehreren Orten an und durften jeweils für einige Zeit ins Wasser. Oft war das Wasser nur wenige Meter tief und Sebi und ich konnten bis zum Boden tauchen. Es war soo schön und wir sahen so viele tolle Tiere! Harmlose Ammenhaie, die um uns herum schwammen, riieesige Stachelrochen, die unterschiedlichsten Korallen, viele bunte Fische und sogar eine wunderschöne Schildkröte. Wir schnorchelten über einem Schiffswrack und einem relativ tiefen Unterwassergraben. Auf dem Rückweg sahen wir sogar noch zwei Seekühe im Wasser! 

Zurück auf der Insel hatten wir noch etwas Zeit, bis wir zur Fähre mussten. Das geplante „entspannt über die Insel schlendern“ gestaltete sich aus zwei Gründen als etwas schwierig: Erstens war es in der Sonne einfach viel zu heiß und zweitens war alles voll mit kleinen Golf-Carts! Wir fanden eine kleine “Chocolate Bar” mit den leckersten Getränken, setzten uns auf deren Veranda in den Schatten und hatten einen Kakao-Tee und einen Schoko-Banane-Shake. 

Richtung Guatemala

Leider hatten wir uns beim Schnorcheln etwas den Rücken verbrannt. Da sind wir einmal nicht in unserer täglichen Fahrrad-Routine und dann passiert uns so ein Blödsinn! Naja, die nächsten zwei Tage auf dem Fahrrad planten wir also etwas kürzer, um die brutale Nachmittagssonne zu vermeiden. Wir zelteten bei einem wunderschönen privaten Wildlife Sanctuary, das mitten im Maya Forest liegt und als internationaler Forschungs- und Bildungsort genutzt wird. Da Feiertag war, hatten wir die ganze Anlage für uns. Wir entspannten in den Hängematten und liefen vor Sonnenuntergang noch eine kleine Runde durch den Wald. Da gibt es wohl sogar Tapire und Jaguare, aber wir sahen an dem Tag nur ein paar Papageien.

An unserem letzten Tag in Belize schickten wir noch ein paar Postkarten ab und schon waren wir an der Grenze zu Guatemala! Die Einreise verlief um einiges unkomplizierter als die nach Belize. Wir mussten jeweils 20 USD Ausreisegebühr aus Belize zahlen, ein zwei Standardfragen in Guatemala beantworten und schon waren wir drin – und zurück im Chaos! Erst hier merkten wir, wie vergleichsweise ruhig und organisiert es in Belize gewesen war. Wir kauften uns jeweils eine lokale Sim-Karte für umgerechnet ein paar Euro und versuchten, Bargeld abzuheben. Das gestaltete sich leider viel schwieriger, als gedacht, da keiner der lokalen Automaten auch nur eine einzige unserer Karten akzeptieren wollte. Unsere nächste Idee, Western Union, funktionierte hier wohl nicht für Ausländer… Zum Glück gibt es ja noch mehr Geldtransfer-Services und mit Moneygram funktionierte es dann schlussendlich – sogar mit weniger Gebühren, als wir am Geldautomat gezahlt hätten. 

Tikal

Tikal ist eine der größten und wichtigsten archäologischen Stätten aus der Mayazeit und liegt mitten im Regenwald. Wir – und vor allem Sebi – hatten uns schon ewig darauf gefreut! Schon alleine die Fahrt dahin war mega schön, eine zwar geteerte Straße, die aber einfach wirklich mitten durch den Dschungel führt. Alle möglichen Pflanzen mit riesigen Blättern wuchsen direkt neben und über der Straße und es war unfassbar grün. Über uns waren tatsächlich Affen in den Bäumen!

Gegen Mittag kamen wir an und nach einer kurzen Mittagspause am Campingplatz liefen wir los. Es ging noch tiefer in den Wald und überall konnte man was entdecken. Riesige Tempel, kleinere Überreste – auf manche darf man sogar hoch oder hinein. Eigentlich sollten wir relativ schnell laufen, aber direkt am Eingang lief eine große Gruppe Nasenbären rum und wir kamen natürlich erst mal nirgendwo mehr hin. Die sind aber auch süß! Wir liefen tatsächlich bis zum Templo IV am anderen Ende vom Park, was unserer Meinung nach auch der beeindruckendste war. Der Tempel ist sehr hoch, und während wir die steilen Treppen hochliefen, kletterte eine Gruppe Affen neben uns in den Bäumen nach oben. Von oben hatten wir eine Wahnsinnsaussicht über – hauptsächlich Wald. Hier und da ragten die Spitzen der anderen großen Tempel aus dem Blätterdach raus. 

Auf dem Weg zurück zum Campingplatz hörten wir schon von Weitem die Rufe einer Gruppe Brüllaffen. Auf der Wiese vorm Camping sahen wir zum ersten Mal Ocellated Turkeys – auf deutsch Pfauentruthühner. Die gibt es nur auf der Yucatán Halbinsel in den Ländern Mexiko, Guatemala und Belize. Sie ähneln den normalen Truthühnern, haben aber einen blauen Kopf mit gelben Bobbeln dran und machen ganz lustige, sehr tiefe und gluckernde Geräusche. 

Hitze und unsere Route durch Guatemala

Die folgenden Tage haben sich bei uns in den Erinnerungen hauptsächlich als “heiß” eingebrannt – auch wenn wir in Zentralamerika später noch viel heißere Tage haben sollten. Die Temperatur war meistens bei 31-35°C im Schatten – mit hoher Luftfeuchtigkeit und quasi keinem Wind. Selbst nachts wurde es nicht viel kälter… Wir starteten unsere Tage früh und hielten Mittags mehrere Stunden irgendwo im Schatten. 

Nachdem wir vier Monate in Mexiko verbracht hatten, hatten wir nicht mehr all zu viel zeitlichen Puffer und wir wollten eigentlich gerne bis Ende Mai die Überfahrt von Panama nach Kolumbien machen. Von anderen Radreisenden wurden wir auch gewarnt, dass der Verkehr in Guatemala teilweise richtig unangenehm und gefährlich sein soll, gerade Richtung Guatemala Stadt und Antigua. So entschieden wir uns mehr oder weniger für die schnellste Route durch Guatemala und machten uns auf geteerten Hauptstraßen Richtung Südosten. Trotzdem war es recht schön, und wir waren wieder fasziniert von Landschaft und dem Chaos um uns herum. Die meiste Zeit hatten wir tatsächlich einen Seitenstreifen und fühlten uns nicht zu sehr fehl am Platz. Das größte Problem war tatsächlich die unaushaltbare Lautstärke, die wir den ganzen Tag aushalten mussten. Jedes Fahrzeug war mindestens doppelt so laut, wie bei uns. LKWs, die komplett ohne jegliche Schalldämpfer mit Motorbremse bergab fuhren, fetzten uns fast das Trommelfell weg. Manche Motorräder hörten wir gefühlt noch für die nächsten paar Kilometer.

Ausflug nach Guatemala-Stadt und Antigua

Schon seit Ewigkeiten hatten wir vor, in Guatemala die bekannte und beliebte Wanderung auf den Vulkan Acatenango zu machen. Ausgangsort für die meist zweitätige Wanderung ist die Stadt Antigua. Da diese nicht auf unserer Route lag und mit dem Fahrrad dorthin zu fahren ein riesiger Umweg gewesen wäre, ließen wir unsere Fahrräder für eine Woche bei einem Campingplatz und fuhren mit nem Nachtbus dorthin. Das lasse ich hier jetzt aus, da gibt’s dann einen eigenen Artikel drüber!

Mangos und Bananen

Wieder bei unseren Fahrrädern, ging es für uns auf unserer ursprünglichen Route weiter Richtung El Salvador. Unsere Beine brannten, wir hatten beide so unfassbar Muskelkater von der Wanderung! Es sind halt doch einfach komplett andere Muskelgruppen, da hilft es gar nichts, wenn man vorher jeden Tag Fahrrad fährt und sich für halbwegs fit hält. Morgens hielten wir vor einem Supermarkt und bekommen von einem Cola-Lieferanten eine Cola angeboten. Dass er uns die Glasflasche direkt geöffnet in die Hand drückt, konnten wir ja nicht ahnen und so gab’s halt morgens um 09 Uhr schon ne ganze Flasche Cola. Wir sahen mehr und mehr Mango-Bäume am Straßenrand – die meisten waren schon komplett überladen mit Mangos, leider waren die alle noch nicht ganz reif. 

An einem Nachmittag bogen wir von der Hauptstraße ab, um zu einer kleinen archäologischen Stätte zu fahren, und staunten nicht schlecht. Zum ersten Mal sahen wir kommerzielle Bananenplantagen. Rechts und links der Straße konnte man nichts anderes sehen als Bananenpflanzen, dicht an dicht. Fasziniert schauten wir eine Weile dem Transportsystem zu. Ganze Stauden mit noch grünen Bananen, zum Schutz in blaue Plastiktüten verpackt, werden an einer Art Seilbahn aufgehängt und so durch die Plantage transportiert. Müssen die Bananen von einer Seite der Straße auf die andere, wird einfach kurzerhand die Straße gesperrt, die zwei Enden der Seilbahn verbunden und schon steht man vor einem Zug aus Bananen. Ich unterhielt mich kurz mit einem Mitarbeiter, der mir bestätigte, dass das alles Bananen für den Export sind, hauptsächlich für die USA und Europa. 

Quiriguá

Quiriguá ist eine kleine, archäologische Stätte und ist, wie schon Tikal und Antigua, eine von vier UNESCO-Welterbestätten in Guatemala. Quiriguá ist hauptsächlich berühmt für die bis zu zehn Meter hohe Steinmonumente – die größten der Mayawelt! Wir kamen am späten Nachmittag an und waren die einzigen Besucher. Ganz in Ruhe konnten wir die Steinmonumente, Ruinen und Natur um uns herum genießen. Die Steinsäulen und “Zoomorphe” waren wirklich beeindruckend, komplett voll mit bedeutenden Glyphen und Wesen aus der Maya-Zeit. Agutis hoppelten über die Wiese und bunte Vögel mit ganz lustigen, getrennten Schwanzfedern saßen in den Bäumen. Wir durften die Nacht bei dem Besucherzentrum der Stätte übernachten und abends war die Wiese voll mit blinkenden Glühwürmchen.

Letzte Tage in Guatemala

Bis zur Grenze mit El Salvador hatten wir noch ein paar viel zu heiße Tage vor uns. Wir legten einen halben Pausetag bei einer Finca ein, da wir einfach so kaputt waren von dem Fahren bei der Hitze. Für 65 Quetzales (umgerechnet etwa sieben Euro) durften wir dort zelten und hatten sogar Zugang zum Pool! Der war riesig, nicht beheizt und hatte trotzdem eine Wassertemperatur von 30°C… Hängematten gab es auch und wir hatten den Platz fast für uns. Wir gönnten uns einen entspannten Nachmittag – so gut das bei der Hitze halt ging. Es war so heiß, dass man nicht mal barfuß zum Pool laufen konnte! 

An unserem letzten Tag hielten wir vormittags an einer Tankstelle zum Abkühlen, zum Glück verkauften die Eis und es gab sogar Hängematten! Was ein Luxus. Mittlerweile hatten mehr und mehr Mangobäume schon reife Früchte und wir konnten einfach Mangos vom Straßenrand aufsammeln! Ich absolut liebe Mangos und dann waren die auch noch so lecker! Ein Traum.
Die Einreise nach El Salvador lief super entspannt. Guatemala gab uns den Ausreisestempel, ein paar Meter weiter guckten sich die Grenzbeamten von El Salvador unsere Reisepässe an und gaben uns unseren Einreisestempel. Die waren echt nett und haben uns sogar noch auf die Seite geschickt, damit wir im Schatten warten können, bis sie fertig sind.

Ganz normales Chaos auf den Straßen. Sogar gestillt wird auf der Ladefläche eines fahrenden Pickups!

Veröffentlicht am 27. Juni 2026
Erlebt vom 31.03.2026 – 24.04.2026

Verfasst von

Lilith Hollich

«Vorheriger Beitrag: Von Pinienwäldern zu Ananasplantagen und Palmen – Mexikos tropischer Osten

Schreibe einen Kommentar Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

© Lilith und Sebastian 2026
  • Instagram
©2026 lil bit cycling | Built using WordPress and Responsive Blogily theme by Superb